Forschungsbereich Sozialisation und Geschlecht




MäGs - Männer und Grundschule – Gleichstellung und Diversity an der Fakultät forschend entwickeln


letzte Aktualisierung: 20.5.2012

Finanzierung: Fakultät EPB
Laufzeit:
7/2008 - 9/2012

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Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland

Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen:
Ingo Niehaus (1.3.09-31.1.11)
Miriam Redlich (1.7.08-28.2.09)
Barbara Scholand
(seit 1.7.08)

Studentische Mitarbeiter/innen:
Oliver Burandt (August bis November 2010)
Elisabeth Fuchß (November 2009)
Zoya Golubeva (Dezember 2008 bis September 2009)
Verena Lenzen (Oktober bis Dezember 2010)
Anita Metzler (Frühjahr 2009)
Carsten Petersen (Herbst 2009)
Jessica Rother (August bis November 2010)
Bianka Wesseloh (seit Januar 2010)
Julian Wiedemann (seit November 2010)

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Aktivitäten:

Der im Rahmen des Projektes entwickelte "Studienkompass Lehramt Primar- und Sekundarstufe I" ist online.


Publikationen

Scholand, Barbara (2011): Double Socialisation - Gender and Disciplinary Cultures in Higher Education. In: Stefanie Hillen, Tanja Sturm, Ilmi Willbergh (ed.): Challenges Facing Contemporary Didactics. Diversity of Students and the Role of New Media in Teaching and Learning, S. 113-126.

Faulstich-Wieland, Hannelore (2011): Werden tatsächlich Männer gebraucht, um Bildungsungleichheiten (von Jungen) abzubauen? In: Andreas Hadjar (Hg.): Geschlechtsspezifische Bildungsungleichheiten. 1. Aufl. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwissenschaften, S. 393 – 415.

Faulstich-Wieland, Hannelore; Niehaus, Ingo; Scholand, Barbara (2010): Lehramt Grundschule: "niedrigste Stufe dieses Lehrerberufs" versus "ich liebe Kinder". Oder: Was SchülerInnen vom Lehramt abhält und Studierende daran reizt. In: Erziehungswissenschaft, Jg. 21, H. 41, S. 27 – 42.

Faulstich-Wieland, Hannelore (2010): Mehr Männer in die Grundschule: welche Männer? In: Erziehung und Unterricht, Jg. 160, H. 5-6, S. 497 – 504. Online verfügbar unter: http://www.oebv.at/sixcms/media.php/504/faulstich_wieland.pdf

Faulstich-Wieland, Hannelore (2009): Männer im Grundschul-Lehramt - Braucht man sie? In: MagazIn - Halbjähriges Magazin des Gleichstellungsbüros der Bergischen Universität Wuppertal, Sommersemester 2009, S. 28 – 31.

Faulstich-Wieland, Hannelore (2009): Mehr Männer in die Grundschule? Offene Fragen im Spiegel der Forschung. In: Grundschule, Jg. 41, H. 9, S. 36 – 38.


Hier finden Sie Ergebnisse aus der Arbeit von Ingo Niehaus (2011): Männer in der Grundschule: Geschlechtsstereotype Erwartungen und pädagogische Praxis – Erste Ergebnisse einer qualitativen Untersuchung an Hamburger Grundschulen.

Hier finden Sie eine Literaturzusammenstellung von Veröffentlichungen zum Thema "Berufswahl und Lehrerberuf" - Stand 5.8.10. Ebenso können Sie hier auf die Citavi-Datei zurückgreifen.

Hier finden Sie eine Literaturzusammenstellung von Veröffentlichungen seit 2000 zum Thema „Mehr Männer in die (Grund-)Schule?“ - Stand 20.8.11 (die Citavi-Datei dafür finden Sie auf der entsprechenden Seite der Gleichstellungsbeauftragten: http://www.epb.uni-hamburg.de/de/node/2197)


Am 7.10.11 fand an der Universität Hildesheim im Rahmen des Projektes "Männer und Grundschullehramt" eine weitere Veranstaltung statt zum Thema "Mehr Männer in die Grundschule?“. Hannelore Faulstich-Wieland hielt dazu den Vortrag „Sollten Grundschullehrer vor allem Vorbild für Jungen sein? – Zusammenhänge zwischen Studienmotivation von Lehramtsstudierenden, Diskursen um „mehr Männer in die Grundschule“ und Perspektiven guter (Grund)Schulen“.

Am 9.12.10 fand an der Universität Hildesheim die Auftaktveranstaltung des dortigen Gleichstellungsprojektes "Männer und Grundschullehramt" statt. Dafür hielt Hannelore Faulstich-Wieland einen Vortrag zum Thema "Männer und Grundschullehramt – eine gleichstellungspolitische Herausforderung". Es wurde vereinbart, dass beide Projekte im Austausch miteinander bleiben.


Am 1.7.2011 nahm Barbara Scholand an der 1. Forschungswerkstatt an der Universität Hamburg "Gender und Diversity in der Forschung an Hamburger Hochschulen" teil und stellte das Projekt vor.


Am 30.11.10 fand der Tag der Gleichstellung der Fakultät EPB statt, auf dem Ingo Niehaus und Barbara Scholand über erste Ergebnisse ihrer Forschungen berichtet haben.


Am 17.3.10 beteiligte sich das Projekt am Forschungsforum "Männer als Vorbilder im geschlechtsbezogenen Sozialisationsprozess" auf dem DGfE-Kongress in Mainz. Ingo Niehaus und Barbara Scholand haben einen zusammenfassenden Bericht verfasst, der im Heft 5/6 2010 der Zeitschrift "Erziehung & Unterricht" erschienen ist (S. 480-483).


Am 13.11.09 veranstaltete das Projekt eine Tagung zum Thema "Männer und (Grundschul)Lehramt". Folgende Vorträge wurden dabei präsentiert:

1. Prof. Dr. Christine Bieri/Andrea Keck, PH Zürich: „Geschlechts(un)typische“ Studienwahl - Warum werden Männer nicht Lehrer und Frauen nicht Ingenieurinnen?
2. Heike Lobpreis, Universität Siegen:Keine kleinen Kinder…!“ - Warum fehlen männliche Studierende im Studiengang für das Grundschullehramt?
3. Dr. Josef Künsting, Universität Kassel: „Super, studieren mit so vielen Frauen“ – Aspekte der Studienwahlmotivation männlicher und weiblicher Lehramtsstudierender
4.
Prof. Dr. Friederike Heinzel, Universität Kassel: Biographisch-narrative Rekonstruktion der Studienwahlmotive und Studiensituation männlicher Studierender für das Grundschullehramt
5. Prof. Dr. Jutta Wiesemann, Shawna Dillon: Ethnographische Studie zur Bedeutung der Geschlechterzugehörigkeit im Alltag der Studierenden
6. Ingo Niehaus, Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland, Barbara Scholand, Universität Hamburg: Männer und Lehramt: Berufsorientierungsprozesse, Studienmotivation und -situation männlicher (und weiblicher) Lehramtsstudierender an der Universität Hamburg

Am 14.11.09 fand dann mit den Referent/innen ein weiterer Austausch statt. Eine Systematisierung der Diskussion finden Sie hier.


Am 7.11.09 fand im Rahmen der "3. Nacht des Wissens" eine Präsentation des Projekts statt.

Am 13.6.09 präsentierten Ingo Niehaus und Barbara Scholand das Projekt im Rahmen der Open Uni der Universität Hamburg.

Am 14.5.09 fand ein Fachvortrag mit Diskussion zum Thema "Brauchen wir mehr Männer in der Grundschule?" statt. Die Ergebnisse haben Ingo Niehaus und Barbara Scholand in Thesenform zusammengefasst.


Insgesamt ist der Stand der (Geschlechter-)Gleichstellung an unserer Fakultät bereits weit entwickelt, auch wenn noch lange kein paritätischer Anteil bei den Professuren erreicht ist und bei den Promotionen Männer im Verhältnis zu ihrem Anteil an den Studierenden überproportional vertreten sind. Schaut man auf die Gruppe der Studierenden, ist hier das zahlenmäßige Geschlechterverhältnis nur in der Bewegungswissenschaft ausgeglichen; sowohl in der Erziehungswissenschaft als auch in der Psychologie ist es jedoch weit von einer 50:50-Verteilung entfernt. Ein weiterer Aspekt ist die „Erfolgsquote“, also die Zahl der tatsächlichen Abschlüsse gegenüber der Zahl der Studienanfänger/innen: Diese ist bisher – ausgewiesen über Modellrechnungen – deutlich zu niedrig: Sie liegt insgesamt unter 50%, ist bei Männern noch geringer als bei Frauen und ist vor allem auf Studienabbrüche und Studienplatzwechsel zurückzuführen.

Besonders unausgewogen ist das Geschlechterverhältnis im Studiengang „Bachelor Primarstufe und Sekundarstufe I“ mit 88% weiblichen zu lediglich 12% männlichen Studierenden. Diese Zahlen stehen gesellschaftlichen Entwicklungen und Gleichstellungszielen entgegen: Eine kleine Bewegung „neuer“ Väter bzw. männlicher Bezugspersonen engagiert sich zwar seit einigen Jahren vermehrt in Erziehungs- und Betreuungsarbeit – wenn sich dieser Trend jedoch verstärken soll, dann muss die Arbeit mit Kindern als Bereich erkennbar sein, in dem selbstverständlich Männer tätig sind. Das betrifft vor allem die Bereiche Kindergarten – für den die universitäre Ausbildung (bisher) nicht zuständig ist – und Grundschule. Eine Gleichverteilung von Lehrerinnen und Lehrern auf den verschiedenen Ebenen des Bildungssystems würde den Schülerinnen und Schülern ein Bild von Geschlechtergerechtigkeit vermitteln, das zukünftigen Entwicklungen angemessen ist.

Aus den o.g. Zahlenverhältnissen ergeben sich für das bei der Gleichstellungsstelle der Fakultät angesiedelte Forschungsprojekt „Männer und Grundschule – MäGs“ folgende Fragen und Untersuchungsaufgaben: Weshalb sind so wenige Studenten in der Grundschulpädagogik und auch in der Psychologie zu finden? Wie ließe sich der Anteil männlicher Studierender erhöhen? Wie und woran orientieren sich Schüler in ihrer Berufswahl? Welche Erfahrungen machen männliche Studierende im Studium? Wie erleben Lehrer und Psychologen den jeweiligen Einstieg in ihr Berufsleben? Wie lassen sich berufsorientierende Informationen zum Grundschullehramt und zur Psychologie so verändern, dass sie mehr und unterschiedliche Männer ansprechen? Müsste dabei nicht auch das Bild von dem, was Grundschularbeit bzw. psychologische Tätigkeit ausmacht, korrigiert werden? Was genau kennzeichnet diese Bilder und entsprechen sie den tatsächlichen beruflichen Tätigkeiten? Die Beantwortung dieser Fragen soll durch eine dreischrittige empirische Studie erfolgen, welche die Ausbildungsfelder Schule (Gymnasium und Gesamtschule), Hochschule, die Berufsfelder Grundschule und Psychologie umfasst sowie die vorhandenen Berufsorientierungsangebote untersucht. Methodisch kommen Verfahren der Ethnografie, Gruppendiskussionen und Interviews zum Einsatz. Die theoretische Rahmung liefert das Modell vom Sozialen Raum, wie Pierre Bourdieu es entworfen hat; mit den Begriffen ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital, Habitus, Feld, Illusio und Doxa stehen Werkzeuge bereit, die es ermöglichen, Berufswahl- und -findungsprozesse unter einer komplexen gesellschaftstheoretischen Perspektive zu analysieren, welche die Dimensionen von Ungleichheit – Gleichheit, Heterogenität – Homogenität zu berücksichtigen und zu erhellen vermag.