Informationssuche und -speicherung


Hierzu ein paar Übungen

Allgemeines

Heute geht es um Verfahren zur Beschaffung von Informationen und Literatur. Systematische Hinweise dazu finden Sie in dem Buch von Friedrich Rost (Rost 1999, Kap. 8) und in weiteren Büchern zur Arbeitstechnik. Sinnvoll ist auch die Lektüre von Rupert Hacker (Hacker; 7. Aufl. 2000). Weiter unten finden Sie Hinweise dazu, wie Sie die gefundenen Informationen langfristig zu Hause speichern können.
  1. Literatursuche


    Folgende Fragen werden Ihnen im Studium (und danach) immer wieder begegnen:
    1. Welche Literatur gibt es zu meinem Thema? (Existenz von Literatur ermitteln)
    2. Wie finde ich diese Literatur? (Standort der Literatur ermitteln: Bibliothek und Signatur)
    3. Wie komme ich an diese Literatur heran? (Literatur besorgen)
    4. Was tue ich mit meinen Literaturangaben? (Literatur verwalten)

    Die Beantwortung beider Fragen muss systematisch getrennt werden. Die moderne Technik erlaubt zwar oft die Beantwortung in (scheinbar) einem Arbeitsgang, aber das funktioniert nur in den leichten Fällen. Gerade wenn es kompliziert wird und ein Buch oder eine Zeitschrift nicht in der „eigenen" Bibliothek vorhanden ist, muss man beide Operationen trennen können.
    1. Existenz von Literatur ermitteln:
      Die Beantwortung der Frage zu 1 nennt man „bibliographieren".
      Man kann dabei auf zwei Arten und Weisen vorgehen:
      1. Unsystematisches Bibliographieren:
        Man beginnt mit einem bekannten Buch zum Thema und schreibt sich die dort zitierte Literatur heraus, beschafft sich diese und macht dort genau so weiter.
      2. Systematisches Bibliographieren:
        Man sucht gezielt unter Ausnutzung seiner eigenen Sachkenntnisse nach einschlägiger Literatur.
        Dazu gibt es vielfältige Hilfsmittel:
        • Bibliographien, das sind Verzeichnisse erschienener Literatur.
          Bibliographien gibt es zu verschiedenen Themen und in unterschiedlicher Organisationsform; so gibt es Bibliographien, die die gesamte Literatur bestimmter Regionen (z.B. Länder) abdecken (Nationalbibliographien), es gibt Fachbibliographien zu bestimmten Fächern und Teilgebieten. Außerdem muss man jeweils den Berichtszeitraum berücksichtigen, d.h. ob die Bibliographie "sämtliche" bis zum Redaktionsschluss erschienene Literatur verzeichnet oder nur diejenige aus bestimmten Jahren.
          Oft gibt es auch periodische (z.B. jährliche) Bibliographien und solche, die nur bestimmte Literaturarten (z.B. nur Zeitschriftenaufsätze) verzeichnen. Bibliographien verzeichnen üblicherweise keine Standorte (denn die Herausgeber können ja nicht wissen, welche Bibliothek ein Buch anschafft).

    2. Literatur auffinden
      Vor der Beschaffung der Literatur muss festgestellt werden, wo sie vorhanden ist.
      Dazu gibt es:

      1. Bibliothekskataloge. Sie verzeichnen die Bestände einer Bibliothek, also nicht alle zu einem Thema erschienene Literatur, sondern nur die vor Ort vorhandene. Dafür finden sich dort die Signaturen, mit denen ein Buch oder eine Zeitschrift bestellt werden kann.
        Noch eine wichtige Einschränkung: Kataloge verzeichnen nur selbstständig erschienene Literatur, d.h. nur die Zeitschriftentitel, nicht aber die Aufsätze darin.
        Man unterscheidet:
        • Alphabetische Kataloge, in denen die einzelnen Bücher und Zeitschriften nach den Namen der Autoren und nach den Sachtiteln angeordnet sind. Dabei gibt es verschiedene Systeme,
        • Schlagwortkataloge, in denen die Literaturkarten nach Schlagworten zusammengestellt sind, die von den Bibliothekaren vergeben wurden,
        • Systematische Kataloge
        • , in denen die Literatur nach systemtischen Gesichtspunkten, also zumeist der Einteilung der wissenschaftlichen Disziplinen nach Arbeitsgebieten geordnet ist.

        Den Bibliothekskatalog unserer Fachbereichsbibliothek (PIU, 2. Stock) finden Sie hier: Online-Katalog der FB-Bibliothek Erziehungswissenschaft

      2. OPACS sind elektronische Kataloge, die von auswärts über das Internet verfügbar sind. Mit ihrer Hilfe kann man feststellen, ob ein bestimmtes Buch in einer fremden Stadt verfügbar ist.
      3. Zeitschrifteninhaltsdatenbanken (im Internet oder auf CD-ROM) verzeichnen die Aufsätze wichtiger Zeitschriften, oft mit Hinweis auf besitzende Bibliotheken und die dort gültigen Signaturen.


      4. Die moderne Technik macht es möglich, oft beide Arbeitsgänge zu verbinden:

      5. Verbund-OPACs verzeichnen die Bestände mehrerer Bibliotheken mit Signaturen Da sich viele Bibliotheken mit ihrer Beschaffung abstimmen, decken sie oft einen Großteil der Literatur ab und nähern sich somit Bibliographien an. Sie sind ein sehr guter erster Einstieg zur Literatursuche.
      6. Dokumentlieferdienste sind Verbundkataloge (für Bücher) und Zeitschrifteninhaltsdatenbanken in einem mit der zusätzlichen Möglichkeit, sich die gefundene Literatur (gegen Entgelt) per Fernleihe, E-mail oder Fax oder auch per Post liefern zu lassen. Bsp.: www.subito-doc.de; www.gbv.de,
      7. Elektronische Zeitschriften. Mehr und mehr Publikationen erfolgen heutzutage vollständig online in elektronischen Zeitschriften oder im Internet. Die Liste der elektronischen zeitschriften ändert sich ständig. Einige davon sind für Angehörige der Universität Hamburg kostenlos benutzbar.
        Benutzen sie folgende Listen zum Einstieg:
        Auch hier heißt es, auf dem Laufenden zu bleiben. Dazu gibt es Tipps unter:

      8. Schließlich gibt es im Internet viele Zusammenstellungen von Aufsatzdatenbanken, OPACs usw. Einige wichtige Adressen seien hier genannt:
        1. Hans Dieter Hartges' "Bibliographischer Werkzeugkasten":
          http://www.hbz-nrw.de/hbz/toolbox/


      9. Literatur beschaffen:
          Wenn ein Buch in einer Bibliothek vor Ort ist, kann man dort hingehen. man benötigt dazu die Signatur des Buches, d.h. die Nummer, unter der es aufgestellt ist. Mit ihr kann man:
          • in einer Freihandbibliothek das Buch selbst aus dem Regal nehmen und im Lesesaal lesen oder ausleiehen
          • in einer Bestellbibliothek
          • das Buch bestellen. Man erhält es dann entweder an der Leihstelle (zum Mitnehmen) oder in den Lesesaal zur Benutzung.


      Bei der Benutzung dieser Bibliographien und Kataloge sowie Datenbanken lassen sich verschiedene Zugriffe realisieren:
      1. Fast alle Bibliographien und Kataloge können nach den Autorennamen durchsucht werden. Dies ist der oft schnelleste Weg, wenn man den genauen Titel des Buches bze. des Aufsatzes kennt.
      2. Die herkömmlichen Zettelkataloge verzeichnen zumeist auch den Titel eines Buches. Dabei muss aber darauf geachtet werden, ob dier Katalog nach den Preußischen Instruktionen oder nach RAK-BW organisiert ist, weil dies die Einordnung der Karteikarten beeinflusst.
      3. Stichworte sind Wörter, die im Titel vorkommen. Stichwortsuche ist nur in Computern möglich und ist auch weniger weit verbreitet als die
      4. Schlagwortsuche. Schlagwörter werden von Bibliothekaren vergeben und müssen im Titel nicht wörtlich auftauchen. Schlagwortkataloge sind in den meisten Bibliotheken vorhanden und viele Datenbanken haben auch Schlagwortfelder.
        Die Schlagwortsuche ist besonders geeignet, wenn es darum geht, Literatur


    3. Literaturverwaltung

    4. Sie sollten sich so früh wie möglich ein System aneignen, mit dem Sie die im Laufe Ihres Studiums gefundenen Literaturangaben dauerhaft speichern, um sie später (z.B. vor dem Examen) wieder zu finden.
      Dazu gibt es einige Computerprogramme. Schauen Sie sich in den nächsten Wochen mehrere dazu an. Für die meisten gibt es kostenlose Probeversionen zum downloaden. Sehr verbreitet sind die Programme
      1. LiteRat
      2. Bibliographix
      Weitere Übersichten und Textberichte gibt es
      Wer die Literatureinträge lieber mit einer Textverarbeitung verwalten will (Liste oder Tabelle), schaue sich diese Seite an: Klaus Niedermair (Red.): Leitfaden für computerunterstütztes wissenschaftliches Arbeiten: Literaturverwaltung

    5. Suche nach weiteren Informationen

    6. Nicht alle Fragen, die man hat, beziehen sich auf Literatur. Bei vielen Fragen, die im Rahmen des Studiums auftauchen, helfen andere Informationsmedien. Wichtig sind z.B.
      1. Allgemeine Nachschlagewerke wie "mehrbändige" Lexika. Eines davon sollte zu Hause haben, entweder in Papierform oder auf CD-ROM, z.B. die
        • Microsoft Encarta
        • oder
        • Bertelsmanns Universallexikon
        Andere gibt es auch im Internet, z.B. die
      2. Fachspezifische Nachschlagewerke. Auch hiervon sollte man mindestens eines besitzen. Ich kann sie hier nicht für alle Fächer aufführen.Versuchen Sie doch einmal, sich einen Überblick mit Hilfe der Literatursuche (s.o.) zu erarbeiten.
      3. Internet-Suchmaschinen. Viele Fragen lassen sich in einem ersten Zugriff mit dem Internet klären -- und sei es die suche nach passenden Suchbegriffen für Literaturdatenbanken. Sie sollten sich einen Überblick über die Suchmaschinen verschaffen. Wenigstens drei Arten sollten Sie kennen:
    Literatur

    Andreas Körber; Fußleiste
    Distanzierung von verwiesenen Seiten; zuletzt geändert: 11.08.2003; Dr. Andreas Körber