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Die sprachlich-kulturelle Heterogenität von Schülerinnen und Schülern, die vor allem infolge von Migration entstanden ist, stellt ein bedeutender Kontextfaktor mathematisch-naturwissenschaftlicher Bildung dar. Dies blieb bislang jedoch sowohl in den theoretischen und konzeptionellen Entwicklungen als auch in der Praxis des Unterrichts weitgehend unbeachtet. Neben der sozialen Herkunft und kognitiven Voraussetzungen sind auch weitere Kontextbedingungen wie etwa Emotionen, Überzeugungen und Motivationen für das Lernen unterschätzt worden.

In unserem weitgehend abgeschlossenen Projekt „Mathematik im Kontext sprachlich-kultureller Diversität“ verfolgen wir die Frage, ob sich die sprachlichen und kulturellen Erfahrungen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in ihrer Art und Weise, mathematische Aufgabenstellungen zu bewältigen, abbilden lassen. Dem liegt die These zu Grunde, dass sich ‚mathematische Literalität’ in Abhängigkeit von der konkreten sprachlichen und kulturellen Praxis entwickelt, in die ein Mensch sozialisiert wird. Wir sind davon ausgegangen, dass sich die Zugriffsweisen auf mathematische Aufgabenstellungen von einsprachig und ohne Migrationshintergrund aufgewachsenen Jugendlichen und zweisprachig aufwachsenden Jugendlichen mit Migrationshintergrund unterscheiden. Die Unterschiede – so die Ausgangsannahme – müssen sich auf der Ebene der Verbalisierung mathematischer Problemstellungen systematisch abbilden.
Die weitergehende Perspektive der Untersuchung richtet sich auf die Frage, ob und in welcher Weise die sprachlich-kulturelle Herkunft von Schülerinnen und Schülern in deutschen Schulen ihr Lernen im Fach Mathematik beeinflusst, das in deutscher Sprache stattfindet. Dieses Interesse verfolgen wir zum einen auf der Ebene der habituellen Dispositionen der Schülerinnen und Schüler und zum anderen auf dir Ebene der in den Familien tradierten kulturellen Praktiken.

Das Projekt wurde in der ersten Phase von der DFG gefördert (2001-2003), sowie bis dato von der Universität Hamburg.
Auf diesen Seiten finden Sie den DFG-Abschlussbericht mit detaillierten Informationen zur Durchführung und zu Ergebnissen des Projekts sowie ein Verzeichnis von den Bericht ergänzender relevanter Literatur.
 
  Website: Britta Hawighorst