2. Behaviorismus




Auf dieser Seite sind die bekanntesten Experimente des Behaviorismus zusammengestellt.
Es handelt sich um den Pawlow'schen Hund, die Skinnerbox und Little Albert.



Klassisches Konditionieren (Pawlow`scher Hund)

Der Pawlow'sche Hund

"Ausgangspunkt für den Lernprozess des klassischen Konditionierens ist eine bereits gut etablierte Reiz-Reaktions-Verbindung, wie beispielsweise ein Reflex (...). Bei Pawlow (1849-1936) - 'dem Entdecker' des klassischen Konditionierens - war dies die Verbindung zwischen der Absonderung von Speichel bei einem Hund und dem Kontakt des Hundes mit Fleischpulver oder auch einer sauren Flüssigkeit in seiner Schnauze." (Mielke 2001, S. 19)

Dieser unkonditionierte Stimulus (Fleisch) wird im Experiment mit einem neuen Stimulus zusammen gebracht (Klingelton). Die Konditionierung führt allmählich dazu, dass der Hund die Reaktion zeigt (dass ihm das Wasser im Munde zusammen läuft), wenn der neue Stimulus erscheint (Klingelton). Verwendet wird diese Kombination nach wie vor erfolgreich und legitim in der Tierdressur.





Operantes Kontitionieren (Skinnerbox)

Skinnerbox mit Bezeichnungen der Apparatur

"Wie beim klassischen Konditionieren geht es beim operanten Konditionieren ebenfalls um Prozesse, die den Aufbau von Verknüpfungen zwischen Reizen und Reaktionen betreffen. Diesmal steht allerdings nicht das Lernen (...) von Reizen im Mittelpunkt, sondern das Lernen von Reaktionen" (Mielke 2001, 38).

Kurzum, die Taube im Käfig soll üben, wie sie an Futter kommt und die Verbindung zwischen ihrem Picken auf diverse Tasten (Reiz) und der Reaktion (Stromschlag oder Körner) aufbauen.




Little Albert
Wie unser Gefühlsleben kompliziert wird.


Little Albert ist ein "Baby von 11 Monaten und einem Gewicht von ungefähr 19 Pfund. Albert war der Sohn einer Amme im Harriet-Lane-Hospital. Er hatte bisher sein ganzes Leben im Krankenhaus verbracht und war ein ausgesprochen artiges Baby. In all den Monaten, die wir mit ihm arbeiteten, haben wir ihn nie weinen sehen, bevor wir nicht unsere Experimente gemacht hatten."

"Unser erstes Experiment mit Albert hatte zum Ziel, eine Furchtreaktion gegenüber einer weißen Ratte auszubilden."
... es folgen die Testnotizen:

"1. Die weiße Ratte, mit der Albert wochenlang gespielt hatte, wurde plötzlich aus dem Korb genommen (...) und vor ihn hingehalten. Er begann seine linke Hand nach der Ratte auszustrecken. Gerade als seine rechte Hand die Ratte berührte, wurde unmittelbar hinter seinem Kopf auf die (Eisen-)Stange geschlagen. Das Kind schreckte auf, fiel vornüber und vergrub sein Gesicht in der Matratze. Es weinte aber nicht."

"2. Gerade als seine rechte Hand die Ratte berührte, wurde die Stange noch einmal geschlagen. Wieder fuhr das Kind heftig auf, viel vornüber und fing an zu wimmern."

"Wegen seines verwirrten Zustandes wurden eine Woche lang keine weiteren Tests durchgeführt."

Die kombinierte Reizung aus Ratte und Lärm wird einige Tage später wiederholt. Alberts Reaktion wird heftiger (Aufschrecken, Schreien). Dann wird die Ratte allein dargeboten.

"In dem Augenblick, wo die Ratte gezeigt wurde, fing das Baby an zu schreien. Es drehte sich abrupt zur linken Seite, viel vornüber, begab sich auf alle viere und krabbelte so schnell davon, daß man es noch gerade festhalten konnte, bevor es den Rand der Matratze erreichte."

Watson 1968, S. 170ff

Chancen und Grenzen des Konditionierens



Das Konditionieren beruht auf einer nicht verstandenen Gleichzeitigkeit von Stimuli: Hunde und Menschen verstehen nicht, was eine Klingel mit Essen zu tun hat, jedoch schlussfolgern sie aus ihren bisherigen Erlebnissen (es klingelt regelmäßig vor dem Essen), dass es eine Verbindung gibt.

Immer dort, wo der Mensch verständig genug ist, die Verbindung inhaltlich zu verstehen, wäre es m. E. angemessener, sie zu erklären, statt durch Reiz-Reaktions-Verbindungen zu konditionieren.

Bei Hunden hat das Erklären jedoch wenig Sinn, und manches Elternteil hat sich schon in Frustrationen gebracht bei dem Versuch, dem Zweijährigen zu erklären, dass Kameras nicht als Wurfgeschosse gedacht sind.