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PRIVATISIERUNG | 17.09.2003

Wirbel um Schulverkauf

SANDRA SCHÄFER

Nach Kritik aus den eigenen Reihen: Verkauf der VHS Waitzstraße vorerst vom Tisch.

Schimmlige Wände, undichte Fenster - Hamburgs Schulen müssen saniert werden. Um trotz leerer Kassen Mittel freizumachen, will Bildungssenator Rudolf Lange (FDP) Schulstandorte aufgeben, Gebäude verkaufen und die Verwaltung der 460 Schulen in private Hand geben (MOPO berichtete). Während oberflächlich alles ruhig scheint, stoßen innerhalb der Koalitionsparteien vor allem die Verkaufspläne auf Ablehnung.


So scheint etwa der spektakuläre Verkauf der Volkshochschule Waitzstraße in Groß Flottbek schon fast wieder vom Tisch zu sein. "Wir sind noch im Entscheidungsprozess, lassen uns damit aber etwas mehr Zeit", sagt Behördensprecher Alexander Luckow. Allerdings stellt sich selbst der schulpolitische Sprecher der FDP, Martin Woestmeyer, gegen den Verkauf. Seine Begründung: "Die Altonaer lieben ihre Volkshochschule an diesem Standort und sie ist gut per S-Bahn erreichbar."


Und auch bei den allgemeinbildenden Schulen, die Lange unter den Hammer bringen will, regt sich innerhalb der Koalitionsparteien der Widerstand. Die Aufgabe des Schulstandorts Laeiszstraße (St. Pauli) stößt vor allem bei der CDU-Fraktion im Bezirk Mitte auf Ablehnung. Sie unterstützt stattdessen einen SPD-Antrag: Die Schule soll erhalten werden und mit der nahe gelegenen Schule Ludwigstraße kooperieren. So könnten Kinder der 3. und 4. Klassen von der Ganztagsschule in der Laeiszstraße leer stehende Räume beziehen.


Das Problem: Statt durch einen Verkauf Geld zu bekommen, müsste die Bildungsbehörde in den Umbau investieren. Constanze Manzke, CDU-Sozialsprecherin im Bezirk Mitte: "Wir hoffen trotzdem, dass die Bildungsbehörde unserem Vorschlag zustimmt."


Das gleiche Bild im Bezirk Wandsbek: Der geplante Verkauf der Schule An den Teichwiesen in Volksdorf kommt nicht gut an. Im Gegenteil, die CDU will dort in Zukunft bei der Schulplanung mitreden. "Und wir fordern eine Schulstandortuntersuchung für Wandsbek, vorher sprechen wir nicht über Schließungen", stellt Jörn Weiske von der CDU-Fraktion klar. Die Verkaufspläne des Senators nimmt er gelassen: "Rudolf Lange hat eine ganze Hand voll Standorte genannt. Daraus ist bisher wenig geworden."

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